Ingo Schaffranka: Geschäftsführer der Sport-Event-Agentur Hellwegsolution und die Magischen 13
Kurzvita
Ingo Schaffranka besitzt mehr als drei Jahrzehnte Event-Erfahrung im Bereich Sport. Der gelernte Kaufmann übernimmt noch im vergangenen Jahrtausend den Sparkassen-Silvesterlauf der Vereine DJK Werl, Marathon Soest und LC Soester Börde in Organisation, Marketing und Management. Heute ist der gleiche Lauf mit ca. 8.000 Startern der größte seiner Art in Deutschland und brachte zuletzt ein Spendenvolumen von knapp 1,5 Millionen Euro. Ingo Schaffranka lebt privat in Möhnesee, wo auch die Agentur Hellwegsolution Event & Marketing ihren Sitz hat. Darüber hinaus ist er seit 2021 Geschäftsführer der Galerie Mensing mit Sitz in Hamm, Deutschlands größtes Kunsthaus mit zwölf Galerien in den verschiedensten deutschen Metropolen sowie einer Galerie auf Mallorca.
1. Wie beginnt bei mir ein guter Morgen
Idealerweise mit einer guten Tasse Kaffee und einem kalten, frischgepressten Orangensaft. Gemeinsam mit meiner Frau genießen wir die Ruhe und den Blick auf den Möhnesee.
2. Den ersten Kontakt zum Sport-Event-Marketing hatte ich...?
1989 habe ich mit zwei Freunden das LVM-Hallenmasters ins Leben gerufen, das heutige Warsteiner-Masters. Was damals mit 64 Mannschaften begann und eine große Herausforderung war, hat mein Freund Dieter Bethlehem zum größten Hallenturnier in Westfalen entwickelt. Es folgten so spannende Projekt wie deutsche Meisterschaften im Seifenkistenrennen und Skater-Day bis 1997 die Westfalenpost für den Silvesterlauf anfragte. Der Rest ist Geschichte.
3. Nach 30 Jahren in der Branche habe ich gelernt, dass…?
Es leider immer komplizierter wird. 1998 sicherten ca. 30 Helfer die 15 Kilometerstecke des Silvesterlaufes entlang der B1 von Werl nach Soest ab. Heute sind es 89 Personen, obwohl die Strecke keinen Zentimeter länger geworden. Events wie den Silvesterlauf würde in der heutigen Zeit als neues Event niemals mehr genehmigt und damit geplant werden. Die behördlichen Auflagen sind einfach zu hoch.
4. Wenn ich an Soest denke, fällt mir als erstes ein...?
Der SV Westfalia Soest - meine Stadt, mein Verein, meine Leidenschaft. Ich bin seit knapp zwei Jahren Präsident dieses aufstrebenden Fußball-Vereins und richtig stolz, wenn ich die knapp 500 Jugendlichen in rot-schwarz-weißer Kleidung auf unseren Plätzen trainieren sehe. Ich liebe und lebe Leistungssport und unsere Trainer/innen und unser Vorstand arbeitet hart, damit diese Jungs eine gute Erziehung genießen und attraktiven Fußball spielen.
5. Was zeichnet ein gutes Sport-Event aus…?
Wenn nach der Veranstaltung alle gemeinsam zufrieden bei einem Kaltgetränk zusammensitzen und voller Motivation bereits an das nächste Jahr denken und Verbesserungen planen.
6. Meine aufregendste Reise bisher war …?
Eine zweitägige Tour entlang der türkischen Ägais. Zusammen mit meiner Partnerin sind wir in jedes Kaff, auf jeden Berg gefahren, um ein schönes Grundstück mit Meerblick zu erwerben. In einem kleinen Ort namens Denizköy (auf deutsch Meer-Dorf) sind wir fündig geworden und bauen dort gerade unseren Altersruhesitz.
7. An Menschen imponiert mir besonders…?
Wenn Sie sozial eingestellt sind. Ich bin davon überzeugt, dass es unserer Gesellschaft trotz zahlreicher Probleme gut geht. Durch den Silvesterlauf habe ich gesehen und gelernt, wie wichtig es ist, sich sozial und karitativ zu engagieren. Aktuell plane ich mit einigen Personen ein Langzeit-Projekt in Uganda, wo ein Pater eine Schule für Mädchen aufgebaut hat und Hilfe braucht. Ich würde mir wünschen, wenn dieser Ort vielleicht einmal Partnerstadt von Soest werden kann.
8. Im Leben macht es mich rasend, wenn...?
Wenn Menschen keine Geduld haben. Noch vor dreißig Jahren wurden Nachricht per Post und Brief ausgetauscht, jeder konnte auf eine Nachricht zwei bis drei Tage warten. Heute werden Personen schon nervös, wenn sie nach zwei bis drei Stunden keine Antwort bekommen. Wenn ich auf mein Handy blicke, dass mittlerweile dauerhaft stumm ist und ich in einer Stunde dreimal die gleiche Nummer als abwesenden Anruf erblicke, werde ich richtig rasend.
9. Der Reiz für Läuferinnen und Läufer sich zu quälen, besteht darin, dass…?
Sie an Höchstgrenzen gehen wollen. Der eine will erstmalig seinen Marathon unter drei Stunden laufen, der andere sich endlich und erstmalig über fünf Kilometer bewegen. Für beide sind es persönliche Herausforderungen mit völlig unterschiedlichen Zielsetzungen und Reizen.
10. Der beste Feierabend ist der, an dem ich …?
Zuhause mit meiner Frau gemütlich ein Glas Wein trinken kann.
11. Die Menschen lieben Sport, weil…?
Weil Sport verbindet. Sport reduziert den Stress, Sport macht selbstbewusst, Sport sorgt für Erholung, ich glaube sogar Sport macht glücklich. Die Gesellschaft braucht den Sport.
12. Als ich klein war, da war mein Traumberuf…?
Mein Traumberuf war Fußballspieler. Ich bin im Ruhrpott groß geworden und dennoch jubelte ich für die Fohlenelf vom Niederrhein. Natürlich wollte ich so sein wie Jupp Heynckes, den ich als Spieler, als Trainer und als Mensch noch heute bewundere.
13. Der schönste Platz in Soest ist aus meiner Sicht...?
Das Jahnstadion. Wir haben als SVW Soest dieses Sportzentrum inmitten einer wunderschönen Stadt wieder zum Leben erweckt. Hier haben vor Jahrzehnten die Soester vor tausenden Zuschauern erfolgreiche Schlachten geschlagen, hier wollen wir ein Sportzentrum der Begegnung für jung und alt schaffen. Natürlich mit unserem Partner, der Stadt Soest, und gemeinsam mit allen politischen Parteien. Der Weg wird lang und steinig, da natürlich an allen Ecken das Geld fehlt. Ich bin jedoch sicher, dass alle gemeinsam das Jahnstadion in eine neue, strahlende Blüte versetzen werden. Hier trifft der Sport in zahlreichen Fassetten auf Historie und Moderne.









